WordPress-Wartungsvertrag: Was drinstehen muss – und was nicht

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Kurz gesagt: Ein belastbarer WordPress-Wartungsvertrag regelt schriftlich sechs Dinge: den konkreten Leistungsumfang (Updates, Backups mit Speicherort, Monitoring), Reaktionszeiten mit benanntem Servicezeitfenster, den Hack-Fall, einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Laufzeit samt Kündigungsfrist und den Stundensatz für Zusatzarbeiten. Was davon fehlt, ist im Streitfall nicht vereinbart.

Ein Wartungsvertrag ist ein Versprechen auf Papier: Jemand hält deine Website aktuell, sicher und lauffähig – und haftet dafür mit seiner Zusage. Ob das Papier etwas wert ist, entscheidet sich im Kleingedruckten. Dieser Artikel geht den Vertrag Abschnitt für Abschnitt durch: was hineingehört, welche Formulierungen Warnsignale sind und wie du Angebote vergleichbar machst.

Zur Transparenz: Wir verkaufen selbst WordPress-Wartungsverträge. Dieser Artikel ist trotzdem als Prüfhilfe geschrieben, nicht als Werbung – die Kriterien gelten für jeden Anbieter, uns eingeschlossen.

Die Pflichtinhalte: Ohne diese Punkte ist es kein Vertrag, sondern ein Etikett

1. Der konkrete Leistungsumfang. „Regelmäßige Updates” ist keine Vereinbarung. Ein brauchbarer Vertrag benennt: Updates für Core, Plugins und Themes, den Rhythmus, und ob kritische Updates über eine Staging-Umgebung getestet werden. Was ein sinnvoller Umfang ist, haben wir in Was eine WordPress-Wartung wirklich leistet aufgeschlüsselt.

2. Backups mit drei Angaben. Wo liegen sie (getrennt vom Hosting? Deutschland/EU?), wie lange werden sie aufbewahrt, und – der meistvergessene Punkt – wird der Restore getestet? Ein Backup, dessen Wiederherstellung nie geprüft wurde, ist eine Hoffnung, keine Leistung.

3. Reaktionszeit mit Servicezeitfenster. Dazu unten mehr – dieser Punkt hat ein eigenes Kapitel verdient, weil hier am meisten getrickst wird.

4. Der Hack-Fall. Ist die Bereinigung enthalten oder kostet sie extra? Zu welchem Stundensatz? Und was genau wird geliefert – Bereinigung und Absicherung sind realistisch; wer „Forensik” oder einen belastbaren Datenabfluss-Nachweis verspricht, verspricht meist mehr, als ein Wartungsdienstleister leisten kann.

5. AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Pflicht, sobald der Dienstleister auf personenbezogene Daten zugreifen kann – und das kann er bei Wartung mit Backups immer. Eine NDA ist etwas anderes und ersetzt ihn nicht.

6. Laufzeit, Kündigung, Stundensatz. Wie lange bindest du dich, wie kommst du raus, und was kosten Arbeiten außerhalb des Pakets? Fehlt der Stundensatz im Vertrag, wird er später verhandelt – aus der schwächeren Position.

Das SLA-Kleingedruckte: Wo Verträge schöner klingen, als sie sind

Die Reaktionszeit ist das Verkaufsargument fast jedes Wartungsvertrags – und die Stelle mit den meisten stillen Einschränkungen. Drei Fragen entlarven sie:

„In welchem Zeitfenster gilt die Frist?” Eine „Reaktion innerhalb von 4 Stunden” ohne Servicezeitfenster liest sich wie rund um die Uhr. Gemeint ist sie praktisch nie so: Branchenüblich beginnt die Frist mit der Meldung und läuft nur innerhalb der Servicezeiten. Das ist auch völlig in Ordnung – ein kleines Team kann ehrlich keine Nachtbereitschaft zusagen. Nicht in Ordnung ist, es nicht hinzuschreiben. Seriöse Verträge nennen das Fenster (bei uns: Mo–Fr, 8–18 Uhr).

„Was zählt als Reaktion?” Die automatische Ticket-Bestätigung nach 30 Sekunden erfüllt formal jede Frist. Gemeint sein sollte die qualifizierte Reaktion: Ein Techniker hat das Problem angesehen und gibt eine Einschätzung. Und wichtig für die Erwartung: Reaktion ist nicht Lösung – wann ein Problem behoben ist, hängt vom Problem ab, und eine feste Lösungsfrist kann seriös niemand versprechen, weil sie an Dritten hängen kann (Hoster, Plugin-Anbieter, Zahlungsdienstleister).

„Womit ist das Versprechen abgesichert?” Auffälliges Marktmuster: Sehr schnelle Fristen stehen oft neben sehr langen Mindestlaufzeiten – das Risiko des Versprechens trägt dann deine Bindung. Die umgekehrte Kombination – ehrliche Fristen, kurze Bindung – ist das kundenfreundlichere Modell, weil der Anbieter jeden Monat neu liefern muss.

Laufzeit und Preisstruktur

  • Startphase statt Knebel: Eine kurze Mindestphase (etwa drei Monate, damit sich das Onboarding trägt) mit anschließender monatlicher Kündbarkeit ist fair. Zwölf Monate Bindung brauchen eine Begründung.
  • Was ist wirklich drin: Frei-Stunden oder -Kontingente – verfallen sie, werden sie übertragen? Und was kostet die Stunde darüber hinaus?
  • Preisrealität: Seriöse Wartung liegt am Markt grob zwischen 30 und 400 € netto im Monat, je nach Umfang – die vollständige Einordnung samt unserer Pakete steht in Was kostet WordPress-Wartung?. Sehr billige Angebote decken oft nur ein automatisches Plugin-Update – ohne getestete Backups, ohne Monitoring, ohne Menschen dahinter.

Die Prüf-Checkliste vor der Unterschrift

  1. Sind Updates, Backups (Ort, Dauer, Restore-Test) und Monitoring konkret benannt?
  2. Steht die Reaktionszeit mit Servicezeitfenster im Vertrag – und ist definiert, was als Reaktion zählt?
  3. Ist der Hack-Fall geregelt – inklusive oder nach Aufwand, und zu welchem Satz?
  4. Liegt ein AV-Vertrag bei, ohne dass du danach fragen musst?
  5. Wie lang ist die Bindung, wie kurz die Kündigungsfrist?
  6. Steht der Stundensatz für Zusatzarbeiten drin?
  7. Bekommst du regelmäßige Berichte über die tatsächlich geleistete Arbeit – oder musst du glauben?
  8. Passt das Ganze zu deiner Site? Ein Shop braucht andere Zusagen (Checkout-Überwachung, kürzere Fristen) als eine Unternehmens-Website.

Wer diese acht Punkte durchgeht, macht Angebote vergleichbar – und erkennt in fünf Minuten, ob hinter einem Vertrag Substanz steckt oder ein Etikett.

Ehrliches Fazit

Ein guter Wartungsvertrag ist unspektakulär: Er benennt präzise, was geleistet wird, grenzt ehrlich ab, was nicht, und bindet dich nicht länger, als das Vertrauen trägt. Misstraue Verträgen, die perfekt klingen – rund um die Uhr, alles inklusive, Lösung garantiert. Vertraue Verträgen, die dir ihre Grenzen von sich aus sagen. Die stammen von Anbietern, die vorhaben, ihre Zusagen zu halten.


Du willst einen Wartungsvertrag, der diese Checkliste selbst besteht? Unsere WordPress-Wartung legt alle acht Punkte offen auf die Seite – Pakete, Servicezeiten, Preise, AVV. Fragen dazu? Schreib uns kurz.

Häufige Fragen

Was gehört in einen WordPress-Wartungsvertrag?

Mindestens: der konkrete Leistungsumfang (Updates für Core, Plugins und Themes; Backups mit Speicherort und Aufbewahrungsdauer; Monitoring), eine Reaktionszeit mit benanntem Servicezeitfenster, die Regelung für den Hack-Fall, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Laufzeit und Kündigungsfrist sowie der Stundensatz für Arbeiten außerhalb des Pakets. Was fehlt, ist im Streitfall nicht vereinbart.

Worauf muss ich bei der Reaktionszeit im Wartungsvertrag achten?

Auf zwei Dinge: Erstens das Servicezeitfenster – eine Frist ohne Fenster liest sich wie rund um die Uhr, gilt aber praktisch nie so; seriöse Verträge nennen die Zeiten (z. B. Mo–Fr, 8–18 Uhr). Zweitens die Definition von Reaktion: Gemeint sein sollte, dass ein Techniker das Problem ansieht und eine Einschätzung gibt – nicht eine automatische Eingangsbestätigung. Eine feste Lösungsfrist kann seriös niemand zusagen.

Wie lange sollte die Laufzeit eines Wartungsvertrags sein?

Kurz. Zwölf Monate Mindestlaufzeit sind im Markt verbreitet, nötig sind sie nicht – eine kurze Startphase von etwa drei Monaten (damit sich das Onboarding für den Anbieter trägt) und danach monatliche Kündbarkeit sind ein faires Modell. Vorsicht bei der Kombination aus sehr schnellen Fristversprechen und langer Bindung: Die Laufzeit ist dann oft die Absicherung für ein Versprechen, das sonst nicht zu halten wäre.

Brauche ich zum Wartungsvertrag einen AV-Vertrag?

Ja, praktisch immer. Sobald der Dienstleister auf personenbezogene Daten zugreifen kann – und das kann er bei Wartung mit Backups zwangsläufig, denn eine WordPress-Site enthält Formulareingänge und Benutzerkonten –, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Eine NDA ersetzt ihn nicht. Ein Anbieter, der den AVV nicht von sich aus anbietet, hat seine Pflichten nicht sortiert.

Daniel Nilges
Daniel Nilges

Gründer & Full-Stack-Entwickler

20+ Jahre Erfahrung in der Webentwicklung. Spezialisiert auf Laravel, WordPress und individuelle Software für den Mittelstand.