Website-Relaunch: Kosten, Ablauf und die teuersten SEO-Fallen
Kurz gesagt
Ein Relaunch mit Übernahme von Inhalten und Rankings beginnt bei uns bei 12.000 € und reicht typisch bis 25.000 € – dort landen die meisten unserer Website-Projekte. Die Einstiegsspanne von 5.000–8.000 € gilt nur für den überschaubaren Neuaufbau ohne Bestandsübernahme. Das Redirect-Mapping ist der Posten, an dem gespart am teuersten wird: Ohne ihn verliert die neue Site die aufgebauten Rankings.
Ein Website-Relaunch ist zwei Projekte in einem: eine neue Website bauen – und dabei nichts von dem verlieren, was die alte sich aufgebaut hat. Der zweite Teil wird regelmäßig unterschätzt, und genau dort entstehen die teuersten Fehler. Dieser Artikel legt beides offen: was ein Relaunch kostet, wie er sauber abläuft, und welche SEO-Fallen Rankings vernichten, die über Jahre gewachsen sind.
Wann ein Relaunch ansteht – und wann ein Refresh reicht
Nicht jede in die Jahre gekommene Website braucht den Neubau. Ein Refresh – neue Texte, aktuelle Bilder, überarbeitete Sektionen – reicht, solange Technik und Seitenstruktur tragen. Ein Relaunch steht an, wenn die Basis das Problem ist:
- Die Technik ist so veraltet, dass jedes Update ein Risiko ist – oder gar keine Updates mehr kommen.
- Die Ladezeiten bleiben trotz Optimierung schlecht, weil das Fundament sie deckelt.
- Das Design kostet erkennbar Vertrauen – die Website wirkt älter als das Unternehmen.
- Die Struktur passt nicht mehr zum Angebot: Leistungen fehlen, rankende Inhalte führen ins Leere.
Die Faustregel: Wenn die Liste der Einzelmaßnahmen länger und teurer wird als der Neubau, ist der Neubau die ehrlichere Rechnung.
Ein Hinweis aus der Praxis, weil er Geld spart: „Das Design gefällt mir nicht mehr” ist allein kein Relaunch-Grund. Design lässt sich bei tragfähiger Technik überarbeiten, ohne die Adressen anzufassen – und ein Umzug, den niemand braucht, ist reines Risiko ohne Gegenwert. Prüfe zuerst, ob das Problem im Aussehen oder im Fundament sitzt.
Die Bestandsaufnahme: welche Daten vor den Relaunch gehören
Das ist der Abschnitt, den die meisten Relaunch-Angebote überspringen, und es ist der wichtigste. Bevor etwas designt wird, gehören drei Exporte auf den Tisch:
- Alle indexierten URLs mit Impressionen und Klicks aus der Google Search Console, Zeitraum zwölf Monate. Das ist die Liste, die entscheidet, was die neue Site erben muss – und sie ist meist länger als die Seitenstruktur, die man im Kopf hat. Alte Ratgeber-Artikel, Unterseiten aus einer früheren Kampagne, PDF-Dateien.
- Die Seitenaufrufe aus deiner Analytics-Lösung. Zusammen mit Punkt 1 zeigt sich, welche Seiten Suchverkehr haben und welche nur intern angeklickt werden.
- Die Seiten, über die Anfragen kamen. Das weiß oft nur der Vertrieb und steht in keinem Tool. Eine Seite mit wenig Verkehr, über die zwei Anfragen im Jahr kommen, ist wertvoller als eine mit tausend Aufrufen und null Kontakt.
Aus diesen drei Listen entsteht eine Entscheidung pro URL: bleibt mit gleicher Adresse, zieht um (und braucht eine Weiterleitung), wird zusammengelegt, oder darf weg. Diese Tabelle ist später die Grundlage des Redirect-Mappings – wer sie am Anfang baut, hat am Ende keine Fleißarbeit unter Zeitdruck.
Was dabei regelmäßig auffällt: Ein erheblicher Teil der Seiten einer gewachsenen Website hat über zwölf Monate keine einzige Impression. Die darf weg, und zwar guten Gewissens. Der Relaunch ist der günstigste Moment zum Aufräumen, weil das Aussortieren hier nichts extra kostet – später ist jede Seite, die mitgenommen wurde, Pflegeaufwand.
Was ein Relaunch kostet
Hier zuerst die Einordnung, die in unserem eigenen Artikel lange zu kurz kam: Ein Relaunch ist nicht der Einstiegspreis einer neuen Website. Die Einstiegsspanne gilt für den überschaubaren Neuaufbau ohne Bestandsübernahme. Sobald Inhalte und Rankings einer bestehenden Site mitkommen, liegt das Projekt eine Stufe höher.
| Projekt | Preis | Wofür |
|---|---|---|
| Unternehmenswebsite, Einstieg | ab 5.000 € | Überschaubarer Auftritt, eine Sprache, klare Struktur, keine Sonderlogik – und ohne Bestandsübernahme |
| Größerer Auftritt oder Relaunch | ab 12.000 € | Mehr Seiten, mehrere Sprachen oder die Übernahme einer bestehenden Site samt Inhalten und Rankings. Hier landen die meisten unserer Website-Projekte |
| Statische Website mit Astro | ab 5.000 € | Wenn kein Redaktionssystem gebraucht wird – schnell, wartungsarm |
| WooCommerce-Shop | ab 15.000 € | Bewusst ohne Obergrenze: Produktlogik und Warenwirtschafts-Anbindung treiben den Aufwand |
Die vollständige Übersicht mit allen Positionen steht auf unserer Preisseite. Was ein Relaunch über die reine Entwicklung hinaus mitbringt, sind zwei Posten, die ein Neubau auf der grünen Wiese nicht hat:
- Content-Migration: Bestandsinhalte sichten, übernehmen, aussortieren. Bei zwanzig Seiten Handarbeit, bei zweihundert ein eigenes Teilprojekt. Der Aufwand hängt weniger an der Seitenzahl als an der Frage, ob die Inhalte übernommen oder neu geschrieben werden.
- Redirect-Mapping: Jede alte URL bekommt ein definiertes Ziel. Das ist Fleißarbeit mit direktem Sichtbarkeits-Effekt – und der Posten, der in Billig-Angeboten als Erstes fehlt.
Was den Preis nicht treibt, obwohl es oft so wirkt: die Zahl der Designentwürfe und die Zahl der Bilder. Was ihn treibt, sind Sonderlogik (Konfiguratoren, Buchung, Rechnen), weitere Sprachen, angebundene Systeme und die Menge an Inhalten, die neu geschrieben statt übernommen wird. Wer Budget sparen will, spart am sinnvollsten bei den Inhalten, die ohnehin niemand liest – nicht am Redirect-Mapping.
Jede Zahl hier ist ein Einstieg, kein Festpreis. Zum Festpreis wird sie nach dem Erstgespräch, wenn der Umfang steht.
Was im Preis steckt – und was extra kommt
Weil Relaunch-Angebote schwer vergleichbar sind, hier unsere Aufteilung. Enthalten ist bei uns: Konzeption und Seitenstruktur, Design, Umsetzung, Übernahme der Bestandsinhalte im vereinbarten Umfang, das vollständige Redirect-Mapping, der technische Launch-Check und eine Einweisung, damit du die Seite danach selbst pflegen kannst.
Nicht enthalten und je nach Projekt ein eigener Posten: neu geschriebene Texte, professionelle Fotos, Übersetzungen, Lizenzen für Schriften oder Bilder, die Anbindung an Fremdsysteme, aufwendige Datenmigration aus einem Shop sowie der laufende Betrieb nach dem Launch. Das Hosting läuft direkt über dich – wir hosten Kundenseiten aus Prinzip nicht selbst, damit Daten und Vertrag bei dir bleiben.
Der Posten, der in fremden Angeboten am häufigsten fehlt, ist der dritte von oben: die Inhalte. Ein Angebot, das Content-Migration nicht benennt, hat sie entweder nicht eingeplant oder rechnet sie später nach.
Wie du Relaunch-Angebote vergleichbar machst
Preise unterschiedlicher Anbieter lassen sich kaum direkt vergleichen, weil hinter derselben Zahl unterschiedlicher Umfang steckt. Vier Fragen stellen Vergleichbarkeit her – und sie kosten nichts:
- Ist das Redirect-Mapping im Preis, und für wie viele URLs? Die Antwort „machen wir natürlich mit” ohne Zahl bedeutet meist, dass niemand in die Search Console geschaut hat.
- Werden Inhalte übernommen oder neu geschrieben? Das ist der größte Einzelposten und der häufigste Grund für Nachforderungen.
- Was kostet der Betrieb im Jahr danach? Ein günstiger Neubau auf wartungsintensiver Technik kann über fünf Jahre teurer sein als ein teurerer auf wartungsarmer.
- Wem gehören Code, Inhalte und Zugänge nach dem Projekt? Und läuft das Hosting über dich oder über die Agentur? Die Antwort entscheidet, wie frei du später bist.
Wenn du diese vier Antworten schriftlich hast, sind zwei Angebote mit unterschiedlichen Summen plötzlich vergleichbar – und manchmal stellt sich heraus, dass das teurere das günstigere ist.
Die Rechnung über fünf Jahre
Eine Relaunch-Entscheidung nur über die Baukosten zu treffen, verzerrt sie. Aufbau- und Betriebskosten gehören zusammen gerechnet – und der Betrieb ist der Posten, an dem sich ein Technologiewechsel bezahlt macht.
Eine wartungsintensive Website braucht laufend Updates, Sicherheitspflege und Backups; bei uns läuft das über WordPress-Wartung ab 99 € im Monat, je nach Paket. Eine statische Astro-Site hat diese Angriffsfläche nicht: kein Plugin-Zoo, keine Datenbank, keine wöchentlichen Sicherheitsupdates – das Care-Paket beginnt bei 40 € im Monat.
Die Differenz klingt klein und ist über fünf Jahre vierstellig. Dazu kommt der Teil, der in keiner Rechnung steht: Zeit, die niemand mit Update-Nachsorge verbringt, und Ausfälle, die nicht passieren. Das ist der Grund, warum wir bei einem Relaunch die Technologiefrage immer stellen – nicht aus Vorliebe, sondern weil es der einzige Moment ist, in dem der Wechsel nichts zusätzlich kostet.
Ehrlich dazugesagt: Diese Rechnung geht nicht für jeden auf. Wer täglich Inhalte pflegt, mehrere Redakteure hat oder Funktionen braucht, die es als WordPress-Plugin seit Jahren gibt, fährt mit WordPress günstiger – auch über fünf Jahre. Die Rechnung lohnt sich für Seiten, die sich selten ändern.
Der Ablauf in sechs Schritten
- Bestandsaufnahme. Welche Seiten ranken, welche bringen Anfragen, welche liest niemand? Search-Console- und Analytics-Daten entscheiden, was die neue Site erben muss – bevor irgendetwas designt wird.
- Ziele und Struktur. Was soll die neue Website leisten, für wen, mit welchen Seiten? Hier fällt auch die Technologie-Entscheidung – die Entscheidungsstrecke dazu haben wir separat dokumentiert.
- Inhalte zuerst. Texte und Bilder werden vor der Entwicklung geklärt, nicht währenddessen. Fehlender Content ist der häufigste Grund, warum Relaunches doppelt so lange dauern wie geplant.
- Design und Entwicklung. Umsetzung auf einer Entwicklungsumgebung – mit Feedback in festen Schleifen statt Dauerabstimmung.
- Redirect-Mapping und Launch-Check. Jede alte URL bekommt ihre 301-Weiterleitung, die technische Checkliste läuft durch: Indexierbarkeit, Ladezeiten, Formulare, strukturierte Daten.
- Launch und Beobachtung. Nach dem Livegang wird die Search Console wochenlang beobachtet: Crawling-Fehler, 404-Treffer, Ranking-Bewegungen. Ein Relaunch ist erst fertig, wenn die Kurven stabil sind.
Vier bis acht Wochen ab finalem Briefing sind realistisch. Welcher Schritt die Laufzeit bestimmt, ist dabei fast immer derselbe: Schritt 3. Technik und Design lassen sich planen, Inhalte nicht – weil sie Entscheidungen brauchen, die oft mehrere Personen betreffen.
Was auf deiner Seite liegt und den Takt vorgibt: die Freigabe der Inhalte, eine Person mit Entscheidungsbefugnis für Zwischenfragen, und die Zugänge – Hosting, Domain-Verwaltung, Search Console, bestehendes CMS. Fehlende Zugänge sind der unspektakulärste Projektstopper, den es gibt, und er trifft überraschend viele Relaunches kurz vor dem Launch.
Redirect-Mapping: die Pflichtübung
Weil das der Posten mit dem größten Schadenspotenzial ist, hier konkret, was dahintersteckt. Die Regel ist simpel und unbequem: Jede indexierte URL bekommt eine 301-Weiterleitung auf ihr inhaltliches Pendant – nicht pauschal auf die Startseite. Eine Sammelweiterleitung auf / ist für Google praktisch dasselbe wie ein 404, nur schwerer zu diagnostizieren.
Die Fleißarbeit nimmt dir unser Generator ab – Alt-Neu-Liste einfügen, fertige .htaccess-Regeln kopieren:
301-Redirect-Generator
Weiterleitungen für Apache, Nginx und Astro erzeugen
Fertige Paare einfügen oder zwei URL-Listen (alt und neu) über den Slug abgleichen lassen. Alles läuft in deinem Browser.
Der Abgleich vergleicht den letzten Pfadabschnitt (Slug). Domain, Parameter und .html werden ignoriert; Sitemap-Zeilen mit <loc> sind erlaubt. Zeilen mit # und leere Zeilen werden übersprungen. Das Ziel ist jeweils nur der Pfad der neuen URL.
Gefundene Paare (0)
Ohne Gegenstück (manuell zuordnen) (0)
In die .htaccess im Web-Root, oberhalb des WordPress-Blocks. Reihenfolge beachten: speziellere Pfade zuerst, denn Redirect greift auch für alle Unterpfade. Danach jede alte URL einmal im Browser testen. In den server-Block deiner Nginx-Konfiguration. Jede Regel gilt nur für genau diese Adresse. Danach nginx -t und Reload. In defineConfig(…) der astro.config.mjs. Auf statischem Hosting erzeugt Astro daraus Meta-Refresh-Seiten, keine echten 301. Nutze sie für die lokale Vorschau und trage für den Live-Betrieb zusätzlich die Apache- oder Nginx-Regeln ein.
# Oben Weiterleitungen eintragen … Deine URLs verlassen den Browser nicht – die Regeln werden lokal per JavaScript erzeugt.
Auch als eigenständige Seite mit allen Anleitungen: Redirect-Generator.
Drei Details, die in Checklisten meist fehlen und trotzdem zählen:
Wo die Weiterleitung technisch liegt, ist nicht gleichgültig. Ein echter 301 kommt vom Server – bei Apache aus der .htaccess, bei nginx aus der Server-Konfiguration. Manche Systeme und Frameworks bieten eigene Redirect-Einstellungen an, die intern aber nur eine Meta-Refresh-Weiterleitung oder eine JavaScript-Umleitung erzeugen. Das sieht im Browser identisch aus und überträgt die Signale nicht zuverlässig. Wir lösen Umzüge deshalb grundsätzlich auf Serverebene und benutzen Framework-Redirects allenfalls zusätzlich. Wer unsicher ist, prüft den Statuscode einer alten URL – es muss wörtlich 301 zurückkommen.
Weiterleitungsketten auflösen. Wenn eine Website schon zwei Umzüge hinter sich hat, zeigt URL A auf B und B auf C. Nach dem Relaunch kommt D dazu, und aus der Kette wird eine Kaskade. Jede alte Adresse soll direkt auf das finale Ziel zeigen, nicht über Zwischenstationen.
Was oft vergessen wird: Adressen mit Parametern, paginierte Listen (/blog/seite/3/), Dateien wie PDFs, Bild-URLs, auf die extern verlinkt wird, und die Pfade der alten Sitemap. Auch http- auf https- und www- auf non-www-Weiterleitungen gehören einmal durchgeprüft, weil beim Hosting-Wechsel gern eine Variante verloren geht.
Nach dem Launch wird die Mapping-Tabelle einmal komplett nachgemessen: jede alte URL aufrufen und den Statuscode prüfen. Das ist langweilig und findet jedes Mal etwas.
Die teuersten SEO-Fallen beim Relaunch
Fast jeder Relaunch-Schaden, den wir in Audits sehen, geht auf einen dieser Fehler zurück:
- Redirects vergessen. Alte URLs sterben mit 404, und mit ihnen die Rankings und jeder externe Link, der je auf sie zeigte. Siehe oben – das ist der Fehler mit dem größten Hebel.
- URLs ohne Not ändern. Jede geänderte URL ist ein Umzug mit Reibungsverlust. Wo die Struktur nicht zwingend besser wird, bleiben die Adressen, wie sie sind.
- Rankende Inhalte löschen. „Die alte Ratgeber-Seite passt nicht mehr zum Design” ist kein Löschgrund, wenn sie monatlich Besucher bringt. Erst der Abgleich mit den Suchdaten entscheidet, was gehen darf.
- Das noindex mit live nehmen. Die Entwicklungsumgebung ist für Google gesperrt – und diese Sperre wandert erschreckend oft mit auf die Live-Site. Ein Klassiker mit Totalschaden-Potenzial, der im Launch-Check zwei Minuten kostet.
- Langsamer live gehen als vorher. Wenn die neue Site schwerer lädt als die alte, verschenkt der Relaunch seinen größten Hebel. Ladezeit ist beim Neubau eine Design-Entscheidung, keine Nachbesserung.
- Titles und Meta-Descriptions neu erfinden. Seiten, die gut ranken, haben oft einen Title, der genau den Suchbegriff trifft. Im Relaunch wird er aus Tonalitätsgründen umformuliert – und die Klickrate fällt. Bei rankenden Seiten bleibt der Title, auch wenn er nicht zur neuen Wortwahl passt.
- Strukturierte Daten verlieren. Bewertungssterne, Öffnungszeiten, FAQ-Auszeichnungen, Produktdaten: Was in der alten Seite als Schema-Markup lag und in den Suchergebnissen sichtbar war, muss in der neuen wieder vorhanden sein. Sonst verschwinden die erweiterten Darstellungen, und die Klickrate sinkt bei unveränderter Position.
- Die alte Sitemap stehen lassen. Eine Sitemap, die weiter die alten Adressen meldet, schickt Google systematisch auf Weiterleitungen. Neue Sitemap einreichen, alte entfernen.
Die ersten Wochen nach dem Launch
Ein Relaunch endet nicht am Launch-Tag. Was in den Wochen danach beobachtet wird – und was davon normal ist:
Tag 1 bis 3. Statuscodes der alten URLs stichprobenartig prüfen, neue Sitemap in der Search Console einreichen, Formulare testen (inklusive der Frage, ob die Mails tatsächlich ankommen), Tracking kontrollieren. Dass Positionen in diesen Tagen schwanken, ist erwartbar: Google muss die neuen Adressen erst crawlen und zuordnen.
Woche 1 bis 2. Den Bericht zur Indexierung in der Search Console ansehen. Entscheidend sind zwei Zahlen: Steigt die Anzahl indexierter neuer Seiten, und laufen 404-Fehler auf Adressen auf, die vorher Impressionen hatten? Letzteres ist das klare Signal für eine fehlende Weiterleitung und gehört am selben Tag korrigiert.
Woche 3 bis 8. Jetzt wird die Sichtbarkeit aussagekräftig. Normal ist eine Delle, die sich wieder schließt. Nicht normal ist eine dauerhaft fallende Zahl indexierter Seiten oder ein Einbruch, der nach vier Wochen nicht zurückkommt – dann steckt ein struktureller Fehler drin, und der ist zu suchen, nicht abzuwarten.
Wir widerstehen in dieser Phase bewusst dem Reflex, sofort nachzujustieren. Jede Änderung in der ersten Woche verlängert die Zeit, bis man erkennt, was der Umzug tatsächlich bewirkt hat. Ausnahme sind Fehler mit klarer Ursache – eine fehlende Weiterleitung oder ein noindex wird sofort behoben, nicht beobachtet.
Barrierefreiheit: der Relaunch ist der günstigste Moment
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das BFSG für Dienstleistungen gegenüber Verbrauchern – vereinfacht: überall, wo Privatkunden online bestellen, buchen oder einen Vertrag abschließen. Reine Informationsseiten und Kleinstunternehmen sind in der Regel ausgenommen. Wir sind Entwickler, keine Anwälte; ob deine Seite im Einzelfall erfasst ist, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt. Die Details stehen in Barrierefreie Website: Was das BFSG verlangt.
Für die Relaunch-Planung zählt vor allem ein praktischer Punkt: Tastaturbedienbarkeit, ausreichende Kontraste, eine sinnvolle Fokusreihenfolge und Formulare, deren Fehlermeldungen auch ein Screenreader mitbekommt, kosten im neuen Design fast nichts – sie sind eine Frage der Entscheidungen, die man beim Entwurf trifft. Dieselben Dinge nachträglich in eine fertige Seite einzuziehen, bedeutet Farben, Komponenten und Templates erneut anzufassen. Wer ohnehin neu baut, sollte das nicht liegen lassen, auch wenn keine Pflicht besteht.
KI-Sichtbarkeit beim Relaunch mitnehmen
Suchverkehr kommt inzwischen nicht mehr nur aus klassischen Trefferlisten, sondern auch aus KI-Antworten, die Quellen zitieren. Ein Relaunch ist der Moment, in dem sich die Voraussetzungen dafür ohne Zusatzaufwand mitbauen lassen: saubere, maschinenlesbare Struktur, strukturierte Daten, eindeutige Aussagen statt Marketing-Nebel und Inhalte, die eine Frage tatsächlich beantworten, statt sie zu umkreisen.
Das ist kein separates Projekt und kein Produkt, das man kauft – es sind größtenteils dieselben Maßnahmen, die eine Seite auch für Menschen besser machen. Was dahintersteckt und welche Hebel es wirklich gibt, haben wir in Website-Sichtbarkeit in der KI-Suche zusammengefasst.
Der Technologiewechsel als Relaunch-Chance
Wer ohnehin neu baut, sollte die Technologie-Frage nicht überspringen: Ein Relaunch ist der eine Moment, in dem der Wechsel von einem wartungsintensiven Setup auf eine statische Architektur keinen Zusatzumzug kostet. Ob sich das für deinen Fall lohnt, haben wir in Astro vs. WordPress ehrlich abgewogen – und wann der Wechsel auf ein Headless-System sinnvoll ist, im Replatforming-Artikel.
Eigenregie oder Agentur
Eine faire Frage, auf die die Antwort nicht automatisch „Agentur” lautet. Eigenregie funktioniert, wenn drei Dinge zusammenkommen: jemand im Haus hat die Zeit wirklich und nicht nur auf dem Papier, die Website ist überschaubar, und das Redirect-Mapping wird ernst genommen. Für eine kleine Seite mit zehn Unterseiten und ohne relevanten Suchverkehr ist ein Baukasten-Neubau eine vernünftige Entscheidung.
Der Teil, an dem Eigenregie regelmäßig scheitert, ist nicht das Design. Es ist der Umzug: die vollständige URL-Liste zusammenzutragen, jede Adresse auf ihr inhaltliches Pendant zu leiten, den Launch-Check abzuarbeiten und danach wochenlang in die Search Console zu schauen. Das ist unspektakuläre Arbeit, die man leicht verschiebt – und ihre Folgen zeigen sich erst Wochen später, wenn die Ursache schwer zuzuordnen ist.
Die Abwägung in einem Satz: Wenn deine Website messbar Anfragen bringt, ist das Risiko eines verlorenen Rankings in der Regel größer als das Honorar. Wenn sie das nicht tut, ist die eigentliche Frage ohnehin nicht die Technik, sondern was die neue Seite inhaltlich besser machen soll.
Ehrliches Fazit
Ein guter Relaunch ist unspektakulär: Die Besucher sehen eine schnellere, klarere Website – und Google sieht denselben Inhalt unter sauber weitergeleiteten Adressen. Die Kosten sind planbar, wenn Migration und Redirects von Anfang an eingepreist sind statt als Überraschung zu kommen. Und der größte Fehler ist keiner der technischen: Es ist der Relaunch ohne Blick in die eigenen Daten – der eine Website ersetzt, ohne zu wissen, was an ihr funktioniert hat.
Wenn du eine Reihenfolge mitnimmst, dann diese: erst die Daten exportieren, dann entscheiden, ob es überhaupt ein Relaunch sein muss, dann die Mapping-Tabelle bauen – und erst danach über Design reden. Die Relaunches, die schiefgehen, machen es umgekehrt.
Du denkst über einen Relaunch nach? Schick uns deine Website – wir schauen auf Technik, Ladezeit und Suchdaten und sagen dir ehrlich, ob es der Neubau sein muss oder ein Refresh reicht: Schreib uns kurz. Festpreis und Ablauf: Website erstellen lassen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Website-Relaunch?
Bei uns beginnt ein Relaunch mit Übernahme der bestehenden Site samt Inhalten und Rankings bei 12.000 € und reicht typisch bis 25.000 € – dort landen die meisten unserer Website-Projekte. Die Einstiegsspanne von 5.000–8.000 € gilt für den überschaubaren Auftritt in einer Sprache ohne Bestandsübernahme; ein echter Relaunch liegt darüber, weil Content-Migration und Redirect-Mapping dazukommen. Die ehrliche Rechnung zählt außerdem die Betriebskosten der nächsten Jahre mit: Ein Relaunch, der den Pflegeaufwand senkt, finanziert einen Teil seiner Kosten selbst.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Typisch vier bis acht Wochen ab finalem Briefing – abhängig vom Umfang der Inhalte und davon, wie schnell Feedback-Schleifen laufen. Der häufigste Verzögerer ist nicht die Technik, sondern fehlender Content: Wer Texte und Bilder erst während der Entwicklung klärt, verdoppelt die Laufzeit. Deshalb steht die Bestandsaufnahme der Inhalte bei uns am Anfang, nicht am Ende.
Verliere ich beim Relaunch meine Google-Rankings?
Nur wenn Fehler passieren – und genau die sind vermeidbar. Die drei größten: alte URLs ohne 301-Weiterleitung sterben lassen, rankende Inhalte ersatzlos löschen und das noindex der Entwicklungsumgebung mit live nehmen. Mit vollständigem Redirect-Mapping, einem Inhalts-Abgleich vor dem Löschen und einem technischen Launch-Check bleibt die Sichtbarkeit erhalten – oft steigt sie danach, weil die neue Seite schneller ist.
Relaunch oder lieber die bestehende Website überarbeiten?
Ein Refresh (Texte, Bilder, einzelne Sektionen) reicht, wenn Technik und Struktur tragen. Ein Relaunch lohnt, wenn die Basis das Problem ist: veraltete Technik, die Updates zum Risiko macht, Ladezeiten, die trotz Optimierung schlecht bleiben, ein Design, das Vertrauen kostet, oder Inhalte, die strukturell am Bedarf vorbeigehen. Faustregel: Wenn die To-do-Liste der Einzelmaßnahmen den Neubau übersteigt, ist der Neubau ehrlicher.
Wie lange dauert es, bis die Rankings nach einem Relaunch wieder stabil sind?
Rechne mit vier bis acht Wochen Beobachtung, bis sich die Kurven beruhigt haben. In den ersten Tagen nach dem Umzug schwanken Positionen fast immer, weil Google die neuen Adressen erst crawlen und zuordnen muss – das ist normal und kein Grund, sofort umzubauen. Beunruhigend wird es, wenn die Zahl indexierter Seiten dauerhaft fällt oder in der Search Console 404-Fehler auf vorher rankende URLs auflaufen. Dann fehlt eine Weiterleitung, und das gehört sofort korrigiert.
Welche Daten brauche ich vor einem Relaunch?
Drei Exporte, und alle drei bevor etwas designt wird: die Liste aller indexierten URLs mit Impressionen und Klicks aus der Search Console, die Seitenaufrufe aus deiner Analytics-Lösung, und die Liste der Seiten, über die tatsächlich Anfragen kamen. Daraus ergibt sich, was die neue Site erben muss. Ein Relaunch ohne diese Daten ersetzt eine Website, ohne zu wissen, was an ihr funktioniert hat – das ist der teuerste Fehler überhaupt, und er ist kein technischer.
Muss ich beim Relaunch die Barrierefreiheit berücksichtigen?
Wenn deine Website Verbraucher bedient und dort bestellt, gebucht oder ein Vertrag geschlossen wird, gilt das BFSG seit dem 28. Juni 2025 in der Regel für dich – reine Informationsseiten und Kleinstunternehmen sind meist ausgenommen, die rechtliche Bewertung gehört zu einer Anwältin oder einem Anwalt. Unabhängig davon ist der Relaunch der günstigste Moment dafür: Tastaturbedienung, Kontraste und Fokusreihenfolge im neuen Design mitzubauen kostet einen Bruchteil davon, sie später in eine fertige Seite einzuziehen.
Relaunch in Eigenregie oder mit einer Agentur?
Eigenregie funktioniert, wenn jemand im Haus die Zeit hat und das Redirect-Mapping ernst nimmt – der Baukasten-Neubau einer kleinen Seite ist kein Hexenwerk. Der Teil, an dem Eigenregie regelmäßig scheitert, ist nicht das Design, sondern der Umzug: vollständige URL-Liste, 301-Weiterleitungen auf inhaltliche Pendants, Launch-Check und wochenlanges Nachbeobachten. Wenn deine Website messbar Anfragen bringt, ist das Risiko eines verlorenen Rankings meist größer als das Honorar.
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Gründer & Full-Stack-Entwickler
20+ Jahre Erfahrung in der Webentwicklung. Spezialisiert auf Laravel, WordPress und individuelle Software für den Mittelstand.